Wieviel Muskeln können Frauen aufbauen?

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Wenn Frauen in ein Krafttraining starten, läuft so fast jede Entwicklung beim Trainingszustand irgendwie vergleichbar ab. Wer dann noch die Waage als Indikator für die eigenen Trainingserfolge nutzt, ist selber schuld. Sie ist das wohl denkbar schlechteste Instrument, das einen richtigen Rückschluss auf jedwede Trainingsfortschritte ermöglicht. Warum? Tja, die Trainingsfortschritte verhalten sich nunmal nicht so, wie du es gerne hättest.

Die meisten Frauen starten mit dem Ziel der “lokalen Fettverbrennung” in ein Training. Sobald sie eingesehen haben, dass stundenlange Sessions auf dem Crosstrainer, Stepper oder Laufband nicht zum Erfolg führen und sie lieber Cardiotraining und Krafttraining kombinieren sollten, kommen auch die ersten wirklichen Trainingserfolge.

Allerdings steigt die (unnütze) Waage beim erneuten Erklimmen immer wieder an. Logisch. Du baust als Anfängerin viel mehr Muskelmasse auf, als du Fett verbrennen kannst. Zumindest ist der Wassergehalt der Muskelmasse viel höher, was ein höheres Absolutgewicht bedingt. Zusätzlich können durch eine Ernährungsumstellung und fortschreitenden Trainingszustand vermehrt Glykogen und Kreatin in deiner Muskulatur gespeichert werden, was eine (gewollte) Wassereinlagerung im Muskel einer Frau impliziert und so für eine deutliche Gewichtszunahme sorgen kann, während das eigentliche Fett trotzdem das Zeitliche segnet.

Aber spätestens jetzt, wenn die ersten Blazer, Hosen und Jacken nicht mehr so passen, wie vor dem Krafttraining, fragen sich fast alle Mädels: Wieviel Muskeln können Frauen aufbauen?

Warum Frauen keine Angst vor Muskelbergen haben müssen

„Wenn ich trainiere wie ein Mann, dann sehe ich doch bestimmt auch so aus wie ein Mann!?“

„Muskelaufbautraining lässt meine Muskeln so stark wachsen, dass ich bald nicht mehr weiblich genug aussehe…“

„Wenn ich Krafttraining betreibe, dann sehe ich aus wie eine dieser Bodybuilderinnen ohne Brüste und mit extrem definiertem Sixpack…“

IM ERNST: DAS IST BULLSHIT!😠

Wie du merkst, drifte ich schnell in emotionale Regionen beim Thema Krafttraining für Frauen ab. Das liegt aber primär daran, dass wir jeden Tag mit unzähligen Fragen zu diesem Thema bombardiert werden!

Das wäre ja gar nicht mal so schlimm, wenn nicht an jeder Ecke des Internets, Fernsehens, Radios oder in den diversen Print-Medien immer wieder suggeriert werden würde, dass du mit Abnehm-Drinks, entspannten Trainingseinheiten auf Vibrationsgeräten (nein, nicht die, an die du jetzt denkst) oder XY-Wochen-Bauch-Beine-Po-Kursen deine absolute Hammer- Bikini-Strand-Traumfigur erzielst.

Deine Unwissenheit wird ausgenutzt, du wirst abkassiert, hungerst dich mit folterähnlichen Diätmethoden, auf die internationale Geheimdienste stolz wären, zum Teil in die Depression und endest dann genau da, wo du angefangen hast. Dabei hättest du das ganze Drama auch umgehen können.

Du musst einfach nur ein gezieltes Krafttraining absolvieren, die wichtigen Grundlagen über Training, Physiologie und Ernährung verstehen und schon erreichst du deine Ziele. Die nötige Disziplin und ein Quäntchen Ehrgeiz vorausgesetzt. Aber wenn du wärst nicht auf dieser Seite, wenn du nicht etwas an dir verändern wollen würdest.

Kniebeugen als Frauen für einen sexy Hintern

Kniebeugen sind die effektivste Waffe, mit der sich Frauen einen aussergewöhnlich attraktiven Knackarsch antrainieren können! ( © tankist276 – Fotolia.com)

Die Verkaufssysteme der Fitnessindustrie sind sehr ausgeklügelt und funktionieren gerade bei Frauenunheimlich gut. Warum? Weil sie sich auf deine größte Angst stützen: Du hast Angst, nicht mehr weiblich auszusehen!

Wenn alle Frauen wissen würden, dass du einfach nur ein adäquates Krafttraining und eine trainingszielorientierte Ernährung ausführen müsstest, um deinen persönlichen Traumkörper zu erreichen, würden den großen Pharma- und Fitnesskonzernen Millionen Euro an Umsatz fehlen.

Da ist es doch deutlich einfacher, dich glauben zu lassen, dass du niemals wie ein Mann trainieren solltest, wenn du eine Frau bleiben willst. Oder?

Warum können Frauen nicht so viele Muskeln aufbauen wie Männer?

Wie wir bereits in vielen anderen Artikeln über Muskelaufbau bei Frauen erwähnt haben, hat das Steroidhormon Testosteron den größten Einfluss auf Wachstumsprozesse bei Männern und Frauen. Viele nennen es auch das “männliche Sexualhormon”.

Bis zum Jugendalter befindet sich der Testosteronspiegel bei Jungen und Mädchen auf einem ähnlichen Niveau, weshalb die relative Muskelkraft in diesem Alter auch vergleichbar ist. Erst durch den mit der Pubertät eintretenden Hormonschub vergrößert sich der Unterschied im Testosteronspiegel bei Männern und Frauen fast exponentiell. Während die Zunahme des Testosteronspiegels bei Mädchen im Alter von 14-15 Jahren minimal ausfällt, kann bei den Jungen ein Anstieg um etwa den 10-fachen Betrag beobachtet werden, der sich bis zum Ende der Pubertät durchzieht. Ab diesem Zeitpunkt divergieren Kraft und Muskelmasse zwischen Männern und Frauen erheblich (Jürgen Weineck: Sportbiologie, 10. Auflage, Spitta 2010, 594).

Dieser natürliche Testosteronmangel setzt sich im Alter fort und macht es für Frauen unmöglich, einen mit Männern vergleichbaren Muskelaufbau zu erzielen. Wenn du als Frau keine Anabolika verwendest, kannst du auch keine massiven Muskelberge aufbauen!😌

Wie trainiere ich als Frau richtig?

Da du nun weißt, dass dein natürlicher Muskelaufbau aufgrund hormoneller bzw. genetischer Unterschiede zum Mann doch sehr stark begrenzt ist, musst du dir auch keine Sorgen mehr machen, dass du durch regelmäßiges und intensives Krafttraining als Frau massive Muskelberge aufbaust.

Wenn du also wirklich beeindruckende und sichtbare Trainingserfolge erzielen willst, kommst du um ein Krafttraining nicht herum. Völlig egal ob du deinen Po, deine Beine oder deinen Rücken straffen willst oder am Bauch, an den Hüften oder an den Beinen abnehmen willst – Alles beginnt mit einem gezielten Krafttraining. Wenn du bereits viel Erfahrung gesammelt hast und dich mit den fundamentalen Grundlagen beim Muskelaufbautraining auskennst, kannst du direkt einen unserer kostenlosen Trainingspläne für Frauen herunterladen und in dein Training starten.

Falls du Hilfe und Unterstützung beim Training brauchst und essentiellen Grundlagen über Training, Ernährung und Physiologie der Frau noch nicht beherrscht, kannst du unseren Hypertrophy Guide für Frauen zur Hilfe nehmen! Dieser Artikel ist ein kleiner Auszug aus dem Guide. Viel Erfolg beim Training 😉

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2 Kommentare

  1. Hi Mario,
    Danke für den Beitrag. Beim Training habe ich immer wieder Frauen, die keine Schulterübungen machen wollen, weil sie Angst haben „zu breite Schultern“ zu bekommen.
    Leider wird das Thema sehr schnell zu emotional, um mit wissenschaftlichen Argumenten weiterzukommen. Die Industrie trägt sicher ihren Teil dazu bei.
    Wenn mehr Leute aber Beiträge wie diesen schreiben, wird der Mythos, dass Frauen durch Krafttraining zu maskulin werden, hoffentlich bald auch endgültig als Mythos ohne Grundlage entlarvt werden.
    Gruß Micha

    • Hey Micha,
      jeder, der sich mit der Materie etwas mehr beschäftigt, kennt diese “Akzeptanzprobleme”, die gerade bei Frauen viel viel viel zu häufig auftreten. Wenn von der ganzen Bullshiitake an jeder Ecke des Internets zumindest ein kleiner Teil dafür sorgen kann, dass Frauen in Zukunft richtig trainieren, dann geht das Ganze in die richtige Richtung 😉

      Gruß
      Mario

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